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Widerstand auch in Deutschland gegen den neuen Film „Hereinspaziert“

Der Regisseur von „Monsieur Claude und seine Töchter“ verärgert mit „Hereinspaziert!“ nicht nur Sinti und Roma

Als „zutiefst rassistische Komödie“ kritisiert der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma den jüngsten Streich von Philippe de Chauveron. Der Film „Hereinspaziert“ (Originaltitel: „A bras ouverts“) produziere und reproduziere „rassistische und antiziganistische Stereotype“, heisst es in einer Erklärung am Dienstag. „Zugewanderte rumänische Roma werden in der Produktion durchweg als nicht integrierbare Gegenkultur zur westlichen Zivilisation konstruiert.“ Es sei „unerträglich“, wie Angehörige einer Minderheit als vormoderne und unzivilisierte „Wilde“ charakterisiert würden.

Der Plot: Ein linksliberaler Bestsellerautor lässt sich bei einem Streitgespräch im Fernsehen zu der Aussage hinreissen, er würde jederzeit eine hilfsbedürftige Roma-Familie in seiner Luxusvilla aufnehmen. Und wie sollte es anders sein: Der Autor wird beim Wort genommen. „Hereinspaziert!“ ist in der vergangenen Woche in den deutschen Kinos angelaufen (in der Deutschschweiz eine Woche zuvor).

Als „widerlich“ bezeichnete bereits „Le Monde“ den Film nach seinem Kinostart in Frankreich im April. Es sei der dritte Film des Regisseurs zum Thema Zuwanderung und zugleich der abstossendste: „Nach der Exogamie in ‚Monsieur Claude und seine Töchter’ und der nötigen Abschiebung von Immigranten in ihre Heimatländer in ‚Alles unter Kontrolle’ attackiert (und das muss man hier wörtlich verstehen) der Film Roma und ihre unmögliche Integration“, fasst der Autor des Artikels zusammen.

Rassistisch?

In der Tat mussten sich bislang alle jüngeren Produktionen von Philippe de Chauveron den Vorwurf des Rassismus gefallen lassen. Die Süddeutsche Zeitung nannte den Überraschungserfolg ‚Monsieur Claude und seine Töchter’ (Originaltitel: „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?“, 2014) eine „Rassismus-Komödie“, die Zeit schrieb, die Komödie treffe „den Nerv der ‚Das wird man ja wohl noch sagen dürfen’-Gemeinde“. Und über den Nachfolger „Alles unter Kontrolle“ (Originaltitel: „Débarquement immédiat“, 2016), er rufe das „Happyland der ‚Ich hab nichts gegen, aber’-Aficionados“ auf.

Wie nicht anders zu erwarten, wehrt sich der Regisseur mit Vehemenz, aber nicht unbedingt mit Überzeugungskraft gegen die Vorwürfe: „Das verletzt mich sehr. Vor allem deshalb, weil ich mit einer schwarzen muslimischen Frau verheiratet bin“, erklärte er angesichts der Vorwürfe gegen seinen jüngsten Film gegenüber dem „Parisien“. „Wenn ich rassistisch wäre, hätte sie mich längst verlassen.“

Quellen: dpa / YouTube / 7sur7.be / zeit.de

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