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Woody Allen hat doch kein Mitleid mit Harvey Weinstein

Der Regisseur, selbst des Missbrauchs verdächtigt, krebst zurück

Nach seinen verharmlosenden Äusserungen über Filmproduzent Harvey Weinstein krebst Woody Allen zurück. Er halte Weinstein für einen „traurigen, kranken Mann“ und habe dies mit seinem Kommentar ausdrücken wollen. Am Montag hatte der Regisseur („Was Sie schon immer über Sex wissen wollten…“) für Schlagzeilen gesorgt, als er äusserte, die Vorwürfe gegen Weinstein seien „tragisch für die armen Frauen, die betroffen waren“, aber auch „traurig für Harvey, dass sein Leben so verkorkst ist“. Er warnte ausserdem vor einer „Hexenjagd“ gegen „jeden Kerl, der in einem Büro einer Frau zuzwinkert“.

Dass ausgerechnet Woody Allen den Produzenten in Schutz zu nehmen schien, liess die Gemüter gestern hochkochen. Denn Allen selbst wird sexueller Missbrauch vorgeworfen – und zwar von seiner eigenen Tochter. Nach Anschuldigungen durch Allens langjährige Lebenspartnerin Mia Farrow Anfang der 90er-Jahre bezichtigte seine Tochter Dylan ihren Vater 2014 in einem offenen Brief selbst des Missbrauchs. Detailliert schilderte die damals 28-Jährige darin Übergriffe, die sie als siebenjähriges Mädchen habe ertragen müssen.

Allen hatte das Sorgerecht für seine Tochter bereits 1992 verloren, die Ermittlungen wurden jedoch eingestellt. Der vierfache Oscar-Preisträger wies die Vorwürfe stets zurück. Doch an Allen klebt der stete Verdacht, zumal er noch während seiner Beziehung mit Mia Farrow eine Liaison mit deren erwachsener Adoptivtochter Soon-Yi einging. Seit 1997 sind die beiden verheiratet. Sie haben zwei – ebenfalls adoptierte – Töchter.

Unter einer Decke

Laut BBC half Weinstein Allen damals, seine Karriere nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe wieder aufzubauen – was Allens verharmlosenden Kommentar zur Weinstein-Affäre in ein besonders bedenkenswertes Licht rückt. Er erklärte indes, zwar Gerüchte vernommen, aber am Filmset nie mit konkreten Vorwürfen gegen Weinstein konfrontiert worden zu sein. „Es ist nie jemand zu mir gekommen und hat mir Horrorgeschichten erzählt“, so Allen gegenüber der BBC.

Im Gegensatz zu Allen, dessen Karriere durch die Vorwürfe nie wirklich beeinträchtigt wurde, scheint es Weinstein mit voller Wucht zu treffen: The Weinstein Company, die den Hollywood-Produzenten bereits entlassen hat, wird nach dessen Sex-Skandal möglicherweise von einem Investor geschluckt. Immer mehr Prominente distanzieren sich von Weinstein. „Er ist ein Monster“, so etwa der Regisseur J.J. Abrams („Star Wars: Das Erwachen der Macht“) im US-Magazin „The Hollywood Reporter“. Aus der Oscar-Akademie ist der Produzent bereits ausgeschlossen worden. Und auch in Übersee drohen Konsequenzen: Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron möchte Weinstein die Auszeichnung der Ehrenlegion entziehen.

Übrigens – Zufall oder nicht: Ausgerechnet Ronan Farrow, Woody Allens Sohn, der seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater hat, hat die Weinstein-Affäre mitaufgedeckt.

Quellen: bbc.com / welt.de / emma.de / spiegel.de

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