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Reaktionen auf die Wahl der AfD

Bildquelle: Twitter

„Make no mistake“

Es ist eine Zäsur in der Geschichte der Deutschen Bundesrepublik. Mit der AfD schafft erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine rechtsnationale Partei den Sprung ins Parlament und wird dort drittstärkste Kraft. Deutsche Journalisten wie Kai Diekmann (bis 2015 Chefredakteur der „Bild“-Zeitung) und Juliane Leopold (ehemalige Deutschland-Chefin von „BuzzFeed“) reagieren mit Bestürzung.

Andere deutsche Medien antworten mit Galgenhumor.

Doch nicht nur in Deutschland reagieren die Medien auf den Einzug der AfD ins deutsche Parlament. Das Ergebnis sei eine verspätete Rechnung für die Flüchtlingskrise, schreibt „Die Presse“ aus Wien:

Der „anhaltende Unmut über Angela Merkels Politik der offenen Grenzen und die Massenzuwanderung hat dieser bereits todgeweihten Anti-Euro-Bewegung neues Leben eingehaucht.“

In- und Ausland reagieren geschockt auf den Ausgang der Bundestagswahl

Der Wiener „Standard“ schreibt, dass einem übel werde, wenn man höre, was manch ein Vertreter der AfD von sich gebe. „Wer jetzt noch glaubt, er könne weitermachen wie bisher, dem ist nicht mehr zu helfen.“ Wichtig sei, die Erinnerung an den Naziterror aufrechtzuerhalten: „Man darf niemals vergessen.“

Auf Deutschlands spezielle Identität, die auf einem radikalen Bruch mit der Vergangenheit beruhe, weist auch die Amsterdamer Zeitung „De Volkskrant“ hin. „Angesichts dessen sind die rechtsextremen Äusserungen, die die AfD nicht immer zu unterdrücken vermag, nicht nur sehr unappetitlich, sondern auch beunruhigend. Die Folgen dieser deutschen ‚Normalisierung‘ dürften auch in der EU zu spüren sein.“

Die „Neue Zürcher Zeitung“ schreibt, die AfD stehe in der Pflicht, sich als rechtsbürgerliche Partei im Bundestag zu positionieren. „Eine rechtsextreme, dauerhaft nicht koalitionsfähige AfD-Fraktion im Bundestag würde Deutschland einen schlechten Dienst erweisen; genau darauf deutet allerdings der gegenwärtige Zustand der Partei.“

Anders als die anderen Medien reagiert die französische Zeitung „Le Monde“. Ohne die fremdenfeindliche Politik der AfD beschönigen zu wollen, ein „Schock“ sei das Wahlergebnis nicht. Schliesslich habe Angela Merkel den Wahlsieg davongetragen. Das sei mit dem aktuellen destruktiven „Verpiss-Dich-Geist“ in Frankreich nicht zu vergleichen.

Wie zu erwarten blieben auch Glückwünsche an die AfD nicht aus. Neben FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl gratulierte auch die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen der AfD zu ihrem „historischen Wahlergebnis“: „Das ist ein neues Symbol des Erwachens der europäischen Völker.“ Noch nicht geäussert hat sich indes US-Präsident Donald Trump.

Quellen: Twitter.com/ Horizont.net/Zeit.de/Nytimes.com

 

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